Senioren
Forum Herrliberg
Ein gespaltenes Land • Die Schweiz nach der Reformation

Donnerstag, 26.Oktober 2017, 09.30 – 11.30 Uhr

Arbeiten und Sparen: Die Reformation verändert die Schweiz

Prof. Dr. Helmut Meyer, Zürich
Nach dem Zweiten Kappeler Krieg von 1531 ist die Eidgenossenschaft konfessionell und politisch
gespalten. Wie kommt sie damit zurecht, und in welcher Weise beeinflusst der «neue Glaube» das sozio-
kulturelle Leben im reformierten Landesteil? Im einführenden Vortrag zum Thema wird die Epoche in ihren
Grundzügen skizziert und wird dem spezifisch protestantischen Geist nachgespürt.

Helmut Meyer war Geschichtslehrer am Literargymnasium Rämibühl und lehrte Fachdidaktik an der Uni-
versität Zürich. Er publizierte Darstellungen zu verschiedenen Themen und verfasste mehrere Lehrmittel,
wirkte als Leiter von Studienreisen und kommentierte für das Schweizer Fernsehen das Zürcher Sechseläu-
ten. Am Beginn seiner wissenschaftlichen Tätigkeit stand seine Doktorarbeit zum Zweiten Kappeler Krieg.


Dienstag, 31. Oktober 2017, 09.30 – 11.30 Uhr

Musse und Verschwendung: Die barocke Welt der katholischen Schweiz

Prof. Dr. Peter Hersche, Universität Bern.
Das katholische Europa und mit ihm die eidgenössischen Orte des alten Glaubens nahmen einen anderen
Weg in die Moderne. In dieser Welt dominierte das Kulturell-Religiöse gegenüber dem Ökonomischen,
blieb die Landwirtschaft vorherrschend. Ein namhafter Teil des Sozialprodukts wurde für den Kultus
abgezweigt, wovon z.B. die landauf landab reich ausgestatteten barocken Pfarr- und Klosterkirchen
Zeugnis ablegen.

Peter Hersche, emeritierter Berner Historiker mit Appenzeller Wurzeln, hat in seiner monumentalen
Kulturgeschichte dieser Epoche («Musse und Verschwendung», 2006, 2 Bände) die katholische
Lebensführung umfassend dargestellt und anhand zahlreicher Beispiele erläutert.



Freitag, 3.November 2017, 08.00 - ca. 18 Uhr

Tagesexkursion im Grenzland zwischen reformierter und katholischer Eidgenossenschaft

Unsere Spurensuche beginnt in Kappel und zeigt uns mit dem trotzigen Zwinglidenkmal die bis ins 20. Jahr-
hundert lebhafte Konfrontations-bereitschaft. Im nahen Baar versinnbildlicht die reformierte Kirche von 1867
auf dem Fabrikareal der Spinnerei an der Lorze den protestanti-schen Einfluss auf die Industrialisierung des
Kantons Zug. Ein kurzer Besuch auf dem im 2. Villmerger Krieg umkämpften Kirchenhügel von Sins AG öffnet
den Blick auf das Freiamt, eine Kernzone der konfessio-nellen Streitigkeiten. Der prachtvolle katholische Barock
findet Aus-druck in der mächtigen Klosteranlage von St. Urban LU (Kirchen-führung). Sie steht im Kontrast zum
unweit gelegenen Langenthal BE, wo eine Vielzahl von Fabrikantenvillen den Geist des Kapitalismus atmen
und wo Stadtchronist Simon Kuert, ehemaliger reformierter Pfarrer, im historischen Traffelet-Saal mit dem
Vortrag «Langenthal im Spannungsfeld der Konfessionen» das Exkursionsthema aufgreift.

Verein für Solidarität (Füso) Herrliberg, Reformierte Kirchgemeinde, Katholische Kirchgemeinde

Pfarreisaal der Katholischen Kirche, Rennweg 35. Pause mit Kaffee und Gipfeli